Ein kleiner Silberling mit eigener Musik erhältlich in den Plattenläden, das ist der Traum eines jeden Musikers. Diesen hat sich die Band ConFuse vor Kurzem erfüllen können. Mit Hilfe des SAEK Hoyerswerda produzierte die junge Rockband aus Hoyerswerda ihr erstes Album “Meagre Fare”. Die Platte kann Jeder online über die Homepage der Band und im Musikhaus Haselbauer erwerben. In den vergangenen Jahren als “Planters Punch” Bekanntheit erlangt, hat sich die Musik um Joe, Martin und Christian immer weiterentwickelt. Um dem Tribut zu zollen, änderte die Band ihren Namen. ConFuse ist nun der neue Begriff für Alle, die die Lausitz in Verbindung mit Rockmusik lieben.
Auf eurer Homepage ruft ihr eure Fans dazu auf, der hektischen Welt zu entfliehen. Inwieweit äußert sich diese Hektik in eurem Leben und eurer Heimat- der Lausitz?
Jeder von uns führt ein Leben, in dem Hektik enthalten ist. Martin arbeitet als Industriemechaniker, Joe macht gerade sein Abitur und Christian studiert. Nur an den Wochenenden haben wir Zeit zu entspannen, um beispielsweise mit der Band zu proben. Martin merkt durch seine Arbeit, wie hektisch das Leben ist. In der Woche ist gar nichts. Am Montag gehst du los und bums – ist es wieder Freitag und du hast wieder eine Woche verschenkt, in der du hättest Rockstar sein können.
Euer erstes Album ist kürzlich erschienen. Wie lang hat die Produktion gedauert?
Wir haben im September 2007 begonnen, das Album zu produzieren.
Beschreibt doch mal den künstlerischen Prozess vom ersten Ton bis zur fertigen CD.
Der Prozess war sehr langwierig. Zum Großteil wirklich lustig aber manchmal auch deprimierend. Die ersten Töne entstanden teilweise schon 2005. Wir haben uns gedacht, Lieder aus unserem Stammblock zu nehmen, die wirklich gut sitzen, um diese endlich mal aufzunehmen. Denn wir wollen auch neue musikalische Facetten ausprobiern. In der Zeitung hatten wir vom SAEK (Anm: Dem Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanal) eine Anzeige gelesen, in der junge Bands aufgerufen wurden, ihre Aufnahmen in deren Studio zu machen. Während der Aufnahmen lief es an manchen Tagen echt super, an anderen hat uns zum Teil unsere Konzentration oder die Technik einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir haben im Studio des SAEK etwa einmal pro Woche zwei bis drei Stunden aufgenommen. Nachdem es aber das SAEK heute nicht mehr gibt, hat ein Bekannter von uns die Songs gemastert. Anschließend haben wir unsere CD dann in den Händen halten können.
„Meagre Fare“ – zu Deutsch „magere Kost“ habt ihr euer Album genannt. Wie ist die Wahl auf diesen Titel gefallen?
Als wir den neuen Namen für unsere Band gesucht haben, stand „Meagre Fare“ zusammen mit „Confuse“ praktisch im Finale. Da sich aber zwei Drittel der Band für zweiteres entschieden haben und wir den anderen Namen auch irgendwie mit einbeziehen wollten, haben wir unsere erste Platte so genannt. Unser Cover soll den Titel ebenfalls widerspiegeln.
Wie genau meint ihr das?
Der Grundgedanke ist ein Pappkarton, der nach unten aussieht wie eine Villa, nach oben hin einfach zerfranst ist. Das soll Rückschlüsse auf Obdachlose, die praktisch aus solchen Kartons leben, ziehen. Es ist einfach schlimm, dass es in der heutigen Welt noch Obdachlose gibt. Außerdem ist es für Obdachlose ein Zuhause und für Außenstehende nur ein einfacher Pappkarton.
Habt ihr schonmal daran gedacht, euch für diese sozial Benachteiligten zu engagieren?
Dafür sind wir wahrscheinlich zu klein und haben zu wenig Geld. Wir können höchstens mit Kleinigkeiten helfen. Mal einen Euro geben, wenn wir solche Leute auf der Straße sehen oder uns bei Benefizveranstaltungen engagieren.
Wer euch googelt beziehungsweise bei Youtube sucht, findet nicht wenige Einträge. Welche Rolle spielt das Internet für euch?
Die Videos sind meist von Fans, die uns diese zukommen lassen. Wir entscheiden dann, ob wir sie online stellen. Es ist schon wichtig, dass man sich im Internet präsentiert. Was uns freut ist, dass wir nach der Übsersetzung von „confuse“ aus dem Englischen gleich der zweite Eintrag in der Suchmaschine sind. Unter der Woche ist das Internet einfach das, das am meisten genutzte Medium für unsre Fans. Noch wichtiger, als das Netz, sind aber natürlich unsere Auftritte.
Ihr wohnt mittlerweile nicht mehr alle in Hoyerswerda und Umgebung. Wie lassen sich dennoch Proben mit den Entfernungen vereinen?
Wir proben an den Wochenenden und in der Urlaubszeit. Sobald Christian mal längere zeit in der Nähe ist und nicht in Dresden zum Studieren, proben wir dann auch öfter.
In eurem Bandalltag bekommt ihr vor allem durch Jurys bei Bandcontests nicht immer nur positive Kritik zu hören. Wie setzt ihr euch damit auseinander?
Wir freuen uns über Kritik, wenn sie seriös ist. Beim Local Support Band Contest von T-Mobile hat uns die Jury darauf aufmerksam gemacht, dass zum Beispiel unser Zusammenspiel noch ein wenig besser werden muss. Trotzdem stand auch ein Lob von „Blumentopf“, einem der Jurymitglieder, dahinter. Manchmal bekommen wir aber auch Gästebucheinträge, wo ein gewisser Hass dahinter steht. Das ist dann natürlich nicht so toll. Kommentare, die eindeutig unter die Gürtellinie gehen, löschen wir dann auch schonmal. Das ist dann einfach das Los von Personen, die in der Öffentlichkeit stehen.
Euer digitaler Terminkalender ist momentan noch leer. Woran liegt das und worauf können sich eure Fans in nächster Zeit freuen?
Unser Problem ist eindeutig die Terminfindung. Wir wollten vor kurzem nach Fulda fahren, doch Martins Vorarbeiter hat ihm kein Frei gegeben. Oder es waren gerade Uniprüfungen. Das sind alles Gründe, zu Auftritten „nein“ zu sagen. Aber es gibt bald neue Auftritte. Zuerst einmal die Record Release- Party, die wahrscheinlich in Wittichenau stattfinden wird. Nur in der Fastenzeit ist es momentan schwierig, einen Raum zum Feiern zu finden. Wir wollen auf jeden Fall hier in der Nähe spielen, da hier gute Bekannte und unsere Fans wohnen. Am 1. August werden wir in Berlin im Mokum, einer Musikbar spielen. Nach der Abiturzeit soll es dann wieder richtig losgehen. Wenn wir die Termine haben, werden sie alle gleichzeitig ins Netz gestellt.<–>