Bei einem deutschlandweiten Bandwettbewerb unter die besten 30 von über 900 Gruppen einzuziehen, davon können viele Nachwuchsbands nur träumen. Die Band Nachspiel hat sich diesen Traum bereits im Jahr 2007 erfüllt. Beim MTV Schooljam konnten sie soweit überzeugen, dass sie ins nationale Onlinevoting einzogen und damit die Ehre der Lausitz verteidigten. Seither ist es wieder ein wenig ruhiger um Sandra, Bella, Flori, Martin, Tine und Anne geworden. Die jugendlichen Musiker werden erwachsen, haben Arbeit oder studieren. Doch die Band greift wieder an- beim Wettbewerb “Sachsen Rockt”. Wieder sind sie auf dem Weg an die Spitze und kämpfen momentan im Onlinevoting um den Einzug ins Finale und damit einen Live- Auftritt, bei dem sie sich vor der Jury beweisen müssen.
Ihr werbt auf MySpace mit dem Slogan „Musik mit Sinn“. Welche Kritik äußert ihr damit an anderen Musikern?
Wir kritisieren damit keine anderen Bands. Jede Band hat ihren eigenen Sinn. Wir singen beispielsweise nicht, wie andere Bands, über Sexualität und sind vielleicht melodramatischer. Deshalb haben wir uns auch dazu entschieden, deutsch zu singen. Deutsche Texte lassen sich einfach besser und sinnvoller gestalten, weil die deutsche Sprache schwerer zu verarbeiten ist.
Eure letzte CD ist bereits 2007 erschienen. Wann wird es für eure Fans was Neues auf die Ohren geben?
Eigentlich wollten wir die erste CD immer weiterführen, aber vielleicht wird es auch eine Neue geben. Wenn wir genug gute Songs zusammen haben, steht das dann an. Wir wollen auch Live- oder Unplugged- Mitschnitte mit draufpacken und arbeiten daran. Wahrscheinlich wird es also in diesem oder im nächsten Jahr etwas Neues geben.
Wie hoch schätzt ihr euren Bekanntheitsgrad in der Lausitz ein?
Wir denken, eher mittelmäßig. Wer sich für uns interessiert, kennt uns sicher.
Werdet ihr auch im Alltag auf eure Musik angesprochen?
Auf Arbeit passiert das manchmal. Besonders in der Zeit, als wir beim SchoolJam mitgemacht haben, war die Bekanntheit groß, weil wir oft in den Medien erwähnt wurden.
Euer Song „Kind sein ist in“ propagiert das innerliche jung bleiben auch im Alter. Ist das in Hoyerswerda auf Grund des hohen Altersdurchschnitts schwieriger als anderswo?
Es kommt eigentlich weniger auf das Alter an, als auf das Verhalten. Im Geiste bleibst du frisch, zeigst das aber mitunter nicht in der Öffentlichkeit.
Aber es gibt doch auch ältere Menschen, die gern auf die Jugend schimpfen?!
Dann schimpfen wir eben zurück. Und sagen uns „nicht grimmig werden“. Der Song soll ja nicht nur auf diese Alterssache anspielen, sondern jeder soll sich seinen Teil dabei denken. Das ist der Sinn von Kunst. Sie soll leben.
Welchen Stellenwert hat die Musik in eurem Leben?
Früher stand sie auf jeden Fall an erster Stelle und die meisten von uns wollten Superstar werden. Heute ist sie unser Hobby. Mit ihr sind ja innerhalb der Band auch Freundschaften verbunden.
Würdet ihr ihr gern mehr Platz in eurem Leben einräumen?
Wenn wir davon Millionäre werden, dann gern. Oder wenn wir wenigstens davon leben könnten. Und wenn es bedeutet, immer ausschlafen zu können.
Und zuletzt natürlich noch die Frage: Wann und wo kann euch die Lausitzer Fangemeinde in diesem Sommer noch erleben?
Wir spielen am 23. Mai im WK 8, am 21. Juni beim Fête de la musique in Kamenz und am 2. August beim Hausfest der Figaro GmbH in Hoyerswerda. Außerdem haben wir uns für „Sachsen Rockt“ beworben und sind untern den besten 20.
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